SvxLink auf Pandaboard

Liebe VoIP-Gemeinde,

ich möchte euch heute mein Projekt vorstellen und dazu animieren, CO2 einzusparen und Echolink auf einem Rechner zum Laufen zu bringen, der zwischen 3-5 Watt Leistung im Dauerbetrieb aufnimmt.

Voraussetzungen für das Projekt:
– Einige Grundkenntisse der englischen Sprache, das gilt sowohl für Linux/Ubuntu, für svxlink, als auch für Informationen rund um das Pandaboard.
– Grundlagen mit dem Umgang von Ubuntu (Installation, Bedienung über das Terminal, Umgang mit dem Ubuntu-Wiki).

Als mehrjähriger Ubuntu-Anwender und enthusiastischer Echolinkbenutzer bekam ich Lust auf ein “Stromsparprojekt”. Ich wollte meinen Linux svxlink-Server mit möglichst geringer Stromaufnahme laufen lassen. Dafür kommen Prozessoren und Mainboards in Frage die nicht mit einer x86-Architektur laufen, sondern sog. ARM – Prozessoren z.B. von TI (Texas Instruments). Nach mehreren Tagen Recherche im Internet kamen für mich dann zwei Boards in Frage, das BeagleBoard oder das Pandaboard (pandaboard.org). Ausschlaggebend für die Entscheidung eines dieser beiden Boards zu nehmen war, dass es eine möglichst große Community und damit einen möglichst grossen Support übers Internet gibt, mit dem es auch einen Anfänger gelingt nach Anleitung zu compilieren und zu installieren.
Entschieden habe ich mich letztendlich für das normale Pandaboard, also nicht die neue ES-Variante. Pandaboard, weil es WLAN und BT beinhaltet (im Gegensatz zum Beagleboard) und die non-ES Version, weil es in dieser Form schon seit geraumer am Markt ist und die Kinderkranheiten weg sind/sein sollten. Das Pandaboard ES kommt jetzt erst frisch auf den Markt. Es hat zwar einen dual-core Prozessor, aber es ist zu erwarten, dass erst in den kommenden Rev.’s die Anlaufschwierigkeiten beseitigt sein könnten. Ob es mehr Strom aufnimmt weiß ich nicht.

Meine Einkaufsliste:
– Pandaboard (Lieferzeit 14 Tage, Lieferanten in DL und OE)
– Netzteil 5V/4A
– Adapterkabel RS232 auf USB
– Gehäuse (es gibt in USA jemanden, der ein Acrylgehäuse vertreibt welches schick aussieht)
– 8 GB SDHC-Karte (mind. 4 GB Class 6)
– optional: Adapter DVI auf HDMI, falls ein HDMI-Monitor betrieben werden soll.

Benötigt man nicht unbedingt zum Start, aber wer weiß was noch kommt:
– WLAN Zubehör: HF-Kabel vom WLAN-Chip zur Antenne, eine 2,4 GHz WLAN-Antenne

Vorbereitungen:
– Download der Ubuntu-Distribution für arm+omap (https://wiki.ubuntu.com/ARM/OMAP). Man hat die Wahl zwischen der Server- und der Desktopvariante. Ich habe die Desktopvariante ubuntu-11.10-preinstalled-desktop-armel+omap4.img.gz gewählt, da sie u.a. eine mir bekannte Benutzeroberfläche mitbringt. Achtung – der Prozessortyp ist dabei wichtig. Unterschieden werden u.a. 3′er und 4′er OMAP-Typen.

– Es gibt auch eine unter https://wiki.ubuntu.com/ARM/OmapNetbook beschriebene Anleitung für die Vorbereitung auf einem Linuxrechner. Durch die Verwandschaft zum Beagleboard sind die beiden Prozeduren auch unter http://code.google.com/p/beagleboard/wiki/BeagleBoardDiagnosticsNext gut beschrieben. Ich bin den Weg über den Windowsrechner gegangen, in meinem Falle mit Win-XP und dem Programm Win32DiskImager.exe, zu beziehen unter  https://launchpad.net/win32-image-writer/+download. So habe ich die Ubuntu-Distro auf die SD Karte gebracht

Pandaboard running Ubuntu 11.10 & svxlink

Fertiges Gerät

Board starten
Die vorbereitete SD-Karte nun ins Board legen, alle Kabel (evtl. USB-Hub, Bildschirm, Tastatur, Maus, WLAN-Antenne) verbinden und den Strom einschalten. Bitte die beiden unterschiedlichen Bildschirmports beachten, der eine ist für HDMI der andere für DVI. Etwas modernere Screens sollten – dann aber über einen Adapter – per HDMI zu betreiben sein. Es erfolgt nun die Installation von Ubuntu, dazu werden einige Eingaben wie z.B. die Zeitzone benötigt. Nach erfolgreicher Installation hat man zunächst einen großen Rechner im Sinne eines funktionsfähigen und mit vielen Programmen ausgestatteten modermen PC. Das ist die Voraussetzung um mit dem nächstne Schritt weiter zu machen.

Installation von svxlink
Wenn man dieser Anleitung http://sourceforge.net/apps/trac/svxlink/wiki/InstallSrcUbuntu exakt folgt kann eigengtlich nichts schief gehen.
Per <copy>+<paste> einfach die Befehle aus den grau hinterlegten Fentern in ein Terminal unter Ubuntu nacheinander ausführen. Wenn alles nach einigen Minuten glatt gelaufen ist, müssen nur noch die Parameterdateien, wie bei jeder Installtion von svxlink, angepaßt werden.

Zeitfresser Soundkarte
Das was dann Zeit gekostet hat, war die Konfiguration
a) der Paramter für die externe Soundkarte in der svxlink.conf AUDIO_DEV=alsa:plughw:0; 0 (null) bestimmt dabei die Soundkarte. Das Pandaboard hat 2, nämlich 0 = den analogen Ein- und Ausgang, 1=den HDMI-Ausgang. Steckt man eine externe USB-Soundkarte an bekommt sie die Nummer 2.
b) das Eigenleben unter Linux mit externer Hardware wie eben dieser USB-Soudkarte.

Hier gilt die Maxime try on error. Ein für mich wichtiges Tool ist die Anwendung pavucontrol mit der man parametrisieren kann als mit dem ALSA-Mixer oder den Audioneinstellungen.

Das Board läuft nun seit wenigen Tagen und ich muß jetzt noch einige Audiokinderkrankheiten beseitigen, wie z.B. ein plötzliches Verstummen nach mehrstündigem Lauf. Aber das kriegen wir auch noch hin …

73, Frank <DL7ATA>
EL-# 41041